Zertifikate:
Zertifikate bieten Ihnen die Möglichkeit, nicht nur von steigenden oder fallenden Kursen, sondern auch von Seitwärtsbewegungen des Marktes zu profitieren. Es gibt dazu zahlreiche verschiedene Zertifikatetypen, die im Vergleich zum Direktinvestment oftmals Sicherheitspuffer oder Kapitalgarantien aufweisen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Zertifikatetypen:
Index-Zertifikate:
Mit einem Index-Zertifikat können Sie eins zu eins von steigenden oder fallenden Kursen des festgelegten Index profitieren, je nach dem, ob Sie ein long oder ein short Zertifikat wählen. Dabei ist zu beachten, das der zugrundeliegende Index ein Performanceindex ist, da in einem Kursindex keine Dividenden einbezogen werden. Bei Short-Index-Zertifikaten wird der doppelte Tagesgeldzinssatz täglich zu dem Kurswert hinzugerechnet, was insbesondere in einer Hochzinsphase, wenn die Aktien ohnehin hoch stehen, sehr lukrativ sein kann.
| | Discount-Zertifikate:Mit Discount-Zertifikaten haben Sie die Möglichkeit mit Rabatt in einen Basiswert einzusteigen, der als Sicherheitspuffer dient. Am Ende der Laufzeit haben Sie meist das Anrecht auf einen Referenzgegenstand, wie beispielsweise Aktien des Basiswertes, oder einen festgelegten Höchstbetrag, den man Cap nennt, da es der maximal mögliche Gewinn ist, den man bei diesem Zertifikat erzielen kann. Bonus-Zertifikate:Bonus-Zertifikate haben eine Sicherheitsschwelle, die während der Laufzeit nicht unterschritten werden darf. Bei Fälligkeit erhalten Sie dann mindestens den Bonusbetrag. Fällt der Preis des Basiswertes während der Laufzeit unter die Sicherheitsschwelle, verfällt der Bonus. In diesem Fall würde sich das Bonus-Zertifikat praktisch zu einem Tracker-Zertifikat wandeln, das die Kursentwicklung des Basiswertes abbildet, wobei Dividenden vorab diskontiert werden, also in dem Kurswert enthalten sind. |
Garantie-Zertifikate:
Bei Garantie-Zertifikaten wird Ihnen eine bestimmte prozentuale Rückzahlung des Ausgabepreises bei Ablauf garantiert. Darüber hinaus können Sie von Kursgewinnen des Basiswertes profitieren.
Outperformance-Zertifikate:
Die Outperformance-Zertifikate haben einen Basispreis und eine Partizipationsrate (Hebel). Die Partizipationsrate wird erst oberhalb des Basispreises ausgelöst und liegt oftmals zwischen 120 und bis zu 200 Prozent, sodass überproportionale Kursgewinne realisiert werden können.
Allerdings sind bei dem Kauf von Zertifikaten einige Risiken zu beachten: In der Regel bieten Zertifikate keine Ansprüche auf Zins- oder Dividendenzahlungen, die Laufzeit ist oft begrenzt und wenn Veränderungen der implizierten Volatilität des Basiswertes, des Leitzinsniveaus oder die Abnahme der Restlaufzeit eintreten, kann dies den Wert des Zertifikates deutlich beeinflussen. Ausserdem ist bei durchbrechen einer Sicherheitsschwelle oder bei Zertifikaten mit Hebel ein erhebliches Verlustrisiko zu beachten, das im Extremfall auch zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Bei Zertifikaten, die in Fremdwährungen notieren, ist zusätzlich das Währungsrisiko zu beachten. Schließlich gibt es noch das Bonitätsrisiko des Emittenten, das heißt, wenn der Herausgeber des Zertifikates Zahlungsschwierigkeiten bekommt oder Insolvenz anmeldet, tritt der Totalverlust ein. Wenn Sie allerdings Zertifikate von einer systemrelevanten Bank erwerben, die derzeit unter dem Bankenrettungsschirm des Staates steht, ist das Bonitätsrisiko geringer als sonst, es sei denn, das Geldsystem bricht komplett zusammen und / oder es kommt zu einer Währungsreform. In dem Fall wären die Zertifikate mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wertlos.
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