Wirtschaftsboom:

Der Wirtschaftsboom, der permanent von allen Menschen herbeigesehnt wird, ist der Höhepunkt im Konjunkturzyklus. Tragischerweise impliziert die Hochkonjunktur die Denkweise, das alles besser wird. Doch das Gegenteil ist der Fall! Unmittelbar nach dem Wirtschaftsboom folgt unweigerlich der Absturz.

Der Wirtschaftsboom stellt die Erntezeit dar, in der meist Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel herrscht. Die Verschuldung steigt ironischerweise stark an, weil die Unternehmer und Privatleute glauben, das es weiter aufwärts geht. Sorglosigkeit macht sich breit und die Gier nach dem schnellen Geld greift stark um sich. Dadurch steigt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und die Geldmenge wächst rasant. Steigende Inflationsraten sind die Folge, was die Zentralbanken dazu veranlasst, die Leitzinsen zu erhöhen. In dieser Phase des Konjunkturzyklus meinen auch die "kleinen" Leute ein üppiges Stück von dem großen Kuchen abbekommen zu können. Wohlstand und Reichtum für alle, heißt es dann. Dies ist allerdings ein gefährlicher Trugschluss, eine Illusion, die innerhalb kürzester Zeit wie eine Seifenblase platzt. Der Reichtum weniger ist nur dadurch möglich, das viele andere arm sind. Es ist wie bei einem Staudamm: Wird in einem Flussbett ein Staudamm errichtet, steigt der Wasserspiegel auf der einen Seite stark an. Auf der anderen Seite trocknet das Flussbett nach und nach aus.

 

Umso reicher die Einen sind, desto ärmer müssen die Anderen sein. Wenn also die Armen Menschen anfangen, ihren Lebensstandard deutlich zu erhöhen, ist das ein sicheres Zeichen für einen Wirtschaftsboom. Man sollte sich in dieser Phase von Sachwertanlagen wie zum Beispiel Aktien und Immobilien (vorübergehend) trennen, da in der Hochkonjunktur Höchstpreise zu erzielen sind. Wichtig ist, soviel wie möglich Geld zu halten, alle Kredite abzubezahlen und keine Investitionen mehr zu tätigen! Die Profis, die in Zeiten der Hochkonjunktur propagieren, man müsse jetzt noch unbedingt einsteigen, verkaufen im Wirtschaftsboom heimlich selbst alles. Wahre Profis, die langjährige Erfahrungen haben, lassen sich durch die allgemeine Euphorie nicht anstecken, sondern nutzen diese, um ihre Sachwerte zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Dann warten sie geduldig auf den Abschwung und die Rezession, in dem Bewusstsein, das es zwangsläufig früher oder später dazu kommen muss. In der Rezession sammeln dieselben Leute die Sachwerte zu einem Bruchteil des tatsächlichen Wertes wieder ein.

Eine Ausnahme bildet ein Wirtschaftsboom, der von einer galoppierenden- oder gar Hyperinflation begleitet wird. In diesem Fall ist es natürlich nicht ratsam, seine Sachwerte zu verkaufen, da das Bargeld innerhalb kürzester Zeit wertlos wird. Ausserdem bestünde die Gefahr einer Währungsreform.

Fazit: Der Wirtschaftsboom ist Erntezeit. In Zeiten der Währungsstabilität bedeutet das Sachwerte zu verkaufen und Cash zu horten.


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