Versicherungen:

Als solide Grundlage für den Vermögensaufbau dienen einige Versicherungen, die in keinem Haushalt fehlen sollten. Wer auf jegliche Versicherungen verzichtet, spart zwar Geld, doch im Schadenfall kann es dazu kommen, das man alles, was man sich zuvor in jahrelanger harter Arbeit aufgebaut hat, auf einen Schlag wieder verliert. Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich, aber es beruhigt. Wenn das stimmt, dann gilt das auch für Sachversicherungen.

Bevor man sich jedoch vom nächstbesten Versicherungsvertreter eine oder sogar mehrere völlig überteuerte Versicherungen andrehen lässt, sollte man erst einmal sorgfältig die Preis / Leistungsverhältnisse von verschiedenen Versicherungsgesellschaften vergleichen. Es ist nämlich so: Jede Versicherungsgesellschaft hat einen sogenannten "Türöffner". Das heißt, jede Versicherungsgesellschaft hat in einer bestimmten Versicherungssparte ein unschlagbares Preis / Leistungsverhältnis, mit dem Neukunden gewonnen werden sollen. In dieser Versicherungssparte macht die Versicherungsgesellschaft sogar Verlust, um die Konkurrenz unterbieten zu können. Ist man dann auf dieses "Lockvogelangebot" eingegangen, werden einem natürlich auch andere Sachversicherungen und Altersvorsorgeprodukte angeboten, die dann allerdings nicht mehr so günstig sind.

Daher ist es sinnvoll, in jeder Versicherungssparte das "Lockvogelangebot" zu nutzen, um ein optimales Preis / Leistungsverhältnis für alle Versicherungen zu erhalten. Diese Handlungsweise hat zwei Haken:

 

1. Man ist in jeder Versicherungssparte bei einer anderen Versicherungsgesellschaft versichert und hat unzählige Ansprechpartner.
2. Es ist extrem zeitaufwendig, alle Versicherungsangebote zu checken. Für den Otto-Normal-Verbraucher nahezu unmöglich.

Die Lösung für die beiden Probleme bietet ein Versicherungsmakler. Versicherungsmakler arbeiten mit diversen Versicherungen zusammen und erhalten meist 30 Prozent Maklerrabatt und einen erweiterten Leistungsumfang. Dieser Vorteil wird oft eins zu eins an die Kunden weitergegeben. Da die verschiedenen Versicherungsgesellschaften selbstverständlich untereinander konkurrieren, versuchen sie die Makler dazu zu veranlassen, die eigenen Produkte zu vertreiben, was zu den oben genannten Sonderkonditionen führt. Möchte man also in jeder Versicherungssparte ein optimales Preis / Leistungsverhältnis haben, wendet man sich am besten an einen Versicherungsmakler. Der Versicherungsmakler ist auf dem aktuellen Stand und weiß, wo momentan die Schnäppchen zu haben sind, kümmert sich um den ganzen Papierkram und kündigt sogar alte Versicherungsverträge auf, sodass man selbst keine Arbeit damit hat. Und wenn tatsächlich Versicherungsschäden eintreten, hat man nur einen Ansprechpartner, auch wenn man bei mehreren Versicherungen versichert ist.

Bei dem Abschluss der einzelnen Sachversicherungen stechen ein paar Kriterien heraus, die unbedingt beachtet werden sollten:

Hat man kleine Kinder, ist es sinnvoll "deliktunfähige Kinder" in der Privathaftpflichtversicherung mit zu versichern. Das bedeutet, das die Versicherung auch für Schäden, die von Kindern unter sechs Jahren verursacht werden, aufkommt, was normalerweise wegen "Verletzung der Aufsichtspflicht" nicht der Fall ist. Bei einigen Versicherungsunternehmen ist das bereits standard, bei anderen wiederum nicht - also besser nachfragen.

Das man bei der Hausratversicherung nicht unterversichert sein sollte ist selbstverständlich. Der Hauptfehler der Versicherungsnehmer besteht jedoch meist darin, das die Belege, Quittungen und idealerweise Fotos vom Hausrat in der gemieteten Wohnung oder dem Wohneigentum gelagert werden. Brennt die Wohnung ab, fehlen sämtliche Nachweise, was unter Umständen zu einer geringeren Versicherungsleistung führen kann. Man kann sich diesbezüglich leicht Abhilfe verschaffen, indem man ein Bankschließfach anmietet, die Nachweise bei Verwandten lagert oder digitalisiert. Einige Versicherungsgesellschaften bieten sogar schon den besonderen Service an, die Nachweise für den Hausrat in digitaler Form zu speichern, sodass die Schadenregulierung im Schadenfall deutlich beschleunigt und vereinfacht wird.

Bei der Rechtsschutzversicherung muss man die Wartezeit beachten, in der man zwar Beiträge zahlen muss, aber keine Leistungsansprüche hat. Ausserdem ist es sinnvoll, für die Rechtsschutzversicherung eine andere Versicherungsgesellschaft zu wählen, als für die übrigen Sachversicherungen. Denn sollte im Schadenfall eine der Sachversicherungen die Zahlung verweigern, wäre es sicherlich nicht im Interesse des Versicherungsnehmers, wenn es sich bei der zahlungsunwilligen Sachversicherung und der Rechtsschutzversicherung um ein und die selbe Gesellschaft handelt.

Das mit Abstand wichtigste Kriterium bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist der "Verzicht auf die abstrakte Verweisung". Das bedeutet, das die Versicherung bei Eintritt der Berufsunfähigkeit nicht verlangen darf, das man einer anderen Tätigkeit nachgehen muss, die unter Umständen nicht der eigenen Qualifikation entspricht. Verzichtet die Versicherungsgesellschaft auf die abstrakte Verweisung, wird die Berufsunfähigkeitsrente geleistet, wenn man seinen im Antrag angegebenen derzeitig ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent dauerhaft nicht mehr nachgehen kann.

Sollte der Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt werden, kann alternativ eine Unfallversicherung abgeschlossen werden, um wenigstens das private Berufsunfähigkeitsrisiko wegen eines Unfalls abzudecken, wobei die Versicherungsleistung bei oder nach einer Krankheit natürlich nicht ausgezahlt wird.

Für den Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin einer Familie mit Kindern ist die Risikolebensversicherung ebenso Pflicht, wie für Eigenheimbesitzer mit Immobilienfinanzierung.

Abgesehen davon, das viele Autofahrer den Fehler machen, den Wagen zu früh nur noch Teilkasko zu versichern, um "Geld zu sparen", was nicht wenige nach einem selbstverschuldeten Unfall bereut haben, gibt es zur Kfz.-Versicherung nur zu sagen, das die Versicherungsgesellschaft den Schaden nicht reguliert, wenn man unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht. Wieviel Promille man hat, spielt dabei keine Rolle - also don´t drink and drive!


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