Schulden:

Die größten Fehler im Umgang mit Schulden:

Aus Scham zu lange damit warten, sich Hilfe zu holen. Die Post nicht mehr öffnen, Rechnungen ignorieren und in irgendwelche Schubladen stopfen, nach dem Motto: Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an. Keinen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben und Schulden, für die hohe Zinsen gezahlt werden müssen, wie zum Beispiel beim Dispositionskredit oder bei Kredithaien. Bürgschaften von Familienmitgliedern einholen: damit zieht man ausgerechnet die Menschen mit in den Abgrund, die man liebt! Schulden bei Institutionen in Privatschulden umschulden, zum Beispiel von Freunden Geld leihen, um Schulden bei der Bank zu tilgen. Viele Schuldner beachten ausserdem nicht, das (nach Nahrungsmitteln) Miete, Strom, Wasser, Heizung und Telefon / Internet als erstes bezahlt werden sollten und Steuerschulden, Buß- und Verwarnungsgelder beziehungsweise Geldstrafen und Forderungen aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung in jedem Fall bezahlt werden müssen, da sie von der Restschuldbefreiung des Insolvenzverfahrens ausgenommen sind.

 

Wer Konsumschulden macht, beraubt sich bedauerlicherweise selbst seiner Motivation. Dieses demotivierende, lähmende Gefühl, wenn man (jahrelang) arbeiten muss, um Dinge zu bezahlen, von denen man garnichts mehr hat. Dann fragt man sich: Wofür arbeite ich eigentlich? Das ist eine berechtigte Frage, denn wenn die Schulden höher sind, als das Vermögen, ist man genau genommen ärmer als am Tag der Geburt. Schulden machen krank! Man kann an nichts anderes mehr denken, nicht mehr ruhig schlafen, die Lebensqualität ist im Eimer, Beziehungen gehen daran zugrunde und die Kinder leiden am meisten.

Die Überschuldung zerstört Menschenleben! Überschuldete Menschen neigen dazu, Straftaten zu begehen, obwohl sie vielleicht normalerweise hochanständige Menschen sind. Das führt dann wiederum zu einer Vorstrafe oder sogar zu einer Gefängnisstrafe, was die Chance, irgendwann einen guten Job zu bekommen, stark verringert. Ohne Arbeit lässt sich die finanzielle Situation aber nicht verbessern, sodass bei vorhandenen Mietschulden früher oder später die Räumung der Wohnung und der "Umzug" in das Obdachlosenheim ansteht, sofern man nicht bei Bekannten oder Verwandten unterkommt, die einen allerdings auch nicht ewig aushalten. Hat man dann keine Wohnung, bekommt man keine Arbeit. Hat man keine Arbeit, bekommt man keine Wohnung. Eine Negativspirale!

Deswegen ist es unerlässlich, sich unbedingt so schnell wie möglich professionelle Hilfe zu suchen, das heißt die Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen! Vielleicht tragen Sie nicht oder nicht alleine die Verantwortung für die Entstehung der Schulden, aber Sie tragen die Verantwortung dafür, wie es in Zukunft weitergeht! Hier ein bißchen schummeln und da ein bißchen umschulden bringt garnichts und macht die Sache nur noch schlimmer. Akzeptieren Sie niemals eine kurzfristige Lösung für ein langfristiges Problem!

Tipps zum richtigen Umgang mit Schulden:

Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, Gläubiger informieren, Aufschub erbitten und dann die geringste Rate, die akzeptiert wird, vereinbaren. Mietschulden können unter gewissen Voraussetzungen vom Arbeitsamt als Darlehen übernommen werden.

Ausgaben senken, zur Hilfe ein Haushaltsbuch führen: ein Mal pro Monat alle Ausgaben zusammenrechnen und die größten Kostenverursacher identifizieren. Der Vorteil dabei ist, das man sich darüber bewußt wird, wo zum einen das ganze Geld geblieben ist, und zum anderen, wo das größte Einsparpotential liegt. (Spartipps) Zahlungsverpflichtungen bündeln: ein großen Kredit mit langer Laufzeit, niedrigen Zinsen und kleinen Raten aufnehmen und alle kleinen Forderungen bezahlen. Vorteil: Ist viel übersichtlicher und man hat im Idealfall nur einen Gläubiger, mit dem man verhandeln muss.

Einnahmen erhöhen, nach dem Motto: Der beste Umgang mit Schulden ist, sie zu tilgen! Wichtig: Die 70 / 30 Regel beachten!

Die 70 / 30 Regel:

Die 70 / 30 Regel besagt, das man von jedem Hunderter, den man nach den Fix- und Haushaltskosten zur Verfügung hat, maximal 70 Euro zur Schuldentilgung einsetzt. Die anderen 30 Euro sollten, so paradox es auch klingen mag, gespart werden. Diese eiserne Reserve sollte aber nicht auf einem Konto liegen, das heißt, es sollte keiner etwas davon wissen. Der Hintergrund ist folgender: Schuldenfrei zu sein, bedeutet nichts zu haben. Genau so viel wie am Tag der Geburt: Null! Null ist aber kein Ziel, das uns motiviert. Wenn man aber Schulden abbezahlt und parallel dazu spart und Vermögen aufbaut, entsteht Vorfreunde und man ist hoch motiviert. Abgesehen davon bringt einen eine unvorhergesehene Rechnung nicht mehr aus der Ruhe und man schläft wieder viel besser, wenn man ein paar Euro unter dem Kopfkissen hat. Die Lebensqualität kehrt zurück- und das schon bevor die Schulden endgültig getilgt sind!

Wir alle wollen Schmerz vermeiden und Freude erleben!

Es gibt dazu zwei Möglichkeiten:

1. 10 Jahre auf großem Fuß leben, das Leben in vollen Zügen genießen, hohe Konsumschulden anhäufen und die Jahre der Jungend so richtig auskosten, um dann 50 Jahre am Existenzminimum zu leben, oder

2. 10 Jahre hart arbeiten, sparen und bescheiden leben, um dann 50 Jahre Wohlstand genießen zu können.

Egal für welche Möglichkeit wir uns auch entscheiden, in jedem Fall werden wir Schmerzen und Freude erleben. Die Verantwortung, in welchem Verhältnis dies geschieht, tragen wir ganz alleine! Alles im Leben hat seinen Preis, den wir im Voraus bezahlen müssen, nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Die Schuldenfalle kann man als Lektion betrachten, um zu lernen, besser mit Geld umzugehen. Jeder Erfolg ist nur durch anfänglichen Mißerfolg möglich geworden. So manch einer hatte in der Vergangenheit extrem hohe Schulden und wußte, das er sehr viel Geld verdienen muss... und begann etwas großes, was er sonst nie getan hätte... und wurde reich!


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