Rohstoffe:

Die Rohstoffpreise sind 2010 sehr stark angestiegen. Die Preise für Agrarrohstoffe, Öl, Gas, Edelmetalle, Industriemetalle und vor allen Dingen Seltene Erden sind durch die Decke gegangen. Das hat mehrere Gründe: Zum Einen beträgt die Neuverschuldung der Vereinigten Staaten von Amerika zur Zeit 100 Milliarden Dollar pro Monat, die auf Umwegen nahezu vollständig in Rohstoffe investiert werden. Dadurch wird die Inflation aufgrund der Dollarbindung an die wichtigsten Rohstoffe in die gesamte Welt exportiert. Durch die Wirtschaftskrise und die hohe Staatsverschuldung nahezu aller Länder dieser Erde ist das Vertrauen in das Weltfinanzsystem stark gesunken. Immer mehr Menschen verlieren den Glauben an unser derzeitiges Geldsystem und flüchten in Rohstoffe, um ihr Vermögen vor einer möglichen Hyperinflation oder einer Währungsreform in Sicherheit zu bringen. Damit sind auch die Preiserhöhungen von fast 100 Prozent bei Silber und immerhin knapp 30 Prozent bei Gold allein im Jahr 2010 zu erklären. Zum Anderen haben die Chinesen den Export von Seltenen Erden wegen erhöhtem Eigenbedarf um 35 Prozent gedrosselt. China verfügt über 97 Prozent der insgesamt 17 Seltenen Erden und besitzt damit faktisch das Monopol. Wie knapp und wie wichtig die Seltenen Erden für die Produktion sind, sehen Sie im folgenden Video:

 

Die Unruhen und Revolutionen in den Ländern der arabischen Welt sind unter anderem auf die stark gestiegenen Lebensmittelpreise zurückzuführen. Eine verdoppelung der Agrarrohstoffpreise wie beispielsweise Weizen führt unweigerlich zu Hungerrevolten in der dritten Welt, da die Bevölkerung ein Großteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden muss. Viele Menschen werden schlicht und ergreifend nicht mehr satt und gehen zum Teil gewaltbereit auf die Straße, da sie ohnehin nichts mehr zu verlieren haben. Die Preise für Weizen, Mais und Soja sind aber nicht nur aufgrund von Finanzspekulationen stark angestiegen, sondern haben ihre Ursache auch in einer weltweit schlechten Ernte durch Dürre und Überschwemmungen.

Aufgrund der angespannten und unsicheren Situation in einigen Ländern der arabischen Welt sind die Notierungen für Industriemetalle momentan leicht rückläufig. Öl und Gas sind dagegen deutlich gestiegen, was bei kriegsähnlichen Zuständen in öl- und gasfördernden Ländern üblich ist.

Viele Rohstoff-Experten gehen 2011 von weiter steigenden Rohstoffpreisen aus. Die Entwertung des Dollars schreitet unaufhörlich voran, weswegen die Investition in Rohstoffe auch in Zukunft lohnenswert sein sollte. Die einfachste Möglichkeit von steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren ist, in Rohstofffonds zu investieren. Insgesamt betrachtet unterliegen Rohstoffe kurzfristig meist starken Preisschwankungen, doch langfristig werden Rohstoffe im Wert immer weiter ansteigen, da sie die Grundlage für unsere Wirtschaft und unser Überleben darstellen.


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