Private Rentenversicherung:

Die private Rentenversicherung zahlt eine vorher vereinbarte Leibrente, bis der Versicherungsnehmer stirbt. Die Versicherungsgesellschaft kalkuliert die Kosten mit der durchschnittlichen Lebenserwartung ein. Lebt die Versicherte Person länger als der Durchschnitt, zahlt der Versicherer drauf. Verstirbt der Versicherungsnehmer allerdings beispielsweise schon ein Jahr nach der ersten Rentenzahlung, geht genau wie bei der Riester-Rente ein Großteil der Sparleistung verloren, es sei denn, es wurde eine Rentengarantiezeit vereinbart. Üblich sind 5, 10 oder 15 Jahre Rentengarantiezeit, in der die Rente garantiert ausgezahlt wird, auch wenn der Versicherungsnehmer schon verstorben ist. In dem Fall würden die Rentenzahlungen an die rechtmäßigen Erben ausgezahlt. Stirbt der Versicherte während der Aufschubzeit (Vertragslaufzeit, in der Kapital angespart beziehungsweise eingezahlt wird) der sogenannten aufgeschobenen Rentenversicherung, erstattet der Versicherer die angesparten Beiträge plus Zinsen an die Hinterbliebenen.

 

Im Gegensatz zur Rürup-Rente werden die Verträge in der Regel mit einem Kapitalwahlrecht ausgestattet. Dabei kann der Versicherungsnehmer bis kurz vor Ende der Aufschubzeit entscheiden, ob er eine lebenslange Rente ausgezahlt haben oder auf einmal sein ganzes Kapital entnehmen möchte. Die Höhe der "kapitalisierten Rente" steht schon bei Vertragsabschluss fest und steht in direktem Zusammenhang mit der vereinbarten Rente.

Das Gegenstück zur aufgeschobenen Rentenversicherung ist die Sofortrente, bei der die "Verrentung" eines Kapitals im Vordergrund steht. In diesem Fall gibt es keine Aufschubzeit beziehungsweise Beitragszahlungsdauer, sondern eine einmalige Kapitaleinzahlung bei Vertragsbeginn, beispielsweise eine Abfindung, ein Lotteriegewinn oder die Ablaufleistung aus einer Kapitallebensversicherung. Gerade Lottogewinner verprassen das gewonnene Geld oft innerhalb kürzester Zeit, sodass es in diesem Fall besonders sinnvoll ist, sich das Geld verrenten zu lassen. So ist man für den Rest seines Lebens finanziell abgesichert und braucht, je nach Höhe des Gewinns, nie wieder zu arbeiten. So ein Glückspilz sollte sich auf jeden Fall intensiv mit dem Thema Geldanlagen auseinandersetzen. Bei der Sofortrente kann ebenfalls eine Rentengarantiezeit vereinbart werden, die allerdings zusätzliche Kosten verursacht. Die Sofortrente wird daher als eine Art Basis-Altersversorgung eingesetzt.

Allerdings muss bei dieser Anlageform auf die Inflation hingewiesen werden. Die Anlagesumme in der privaten Rentenversicherung wird überwiegend in Staatsanleihen angelegt. Die Zinsen, die nach Abzug von Inflation und Abgeltungssteuer übrig bleiben, sind entscheidend. Da es sich bei dieser Kapitalanlage um eine Geldwertanlage handelt, wäre das Kapital im Fall einer Währungsreform verloren. Diese Geldanlage eignet sich also nur solange, wie die Geldwertstabilität in unserem Geldsystem gegeben ist.


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