Portugal:
Portugal ist nach Griechenland und Irland nun offensichtlich das dritte Land der sogenannten PIIGS-Staaten, das von den Ratingagenturen in die Pleite getrieben wird. Zu Unrecht: Die Staatsverschuldung von Portugal beträgt zur Zeit rund 95 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das Haushaltsdefizit liegt aktuell bei etwa 8,6 Prozent. Die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen sind nach der jüngsten Herabstufung auf ungefähr 11,0 Prozent gestiegen.
| | Zum Vergleich: Japan hat beispielsweise eine Schuldenquote von rund 200 Prozent des Bruttoinlandproduktes! Das Haushaltsdefizit ist dort mit ca. 9,0 Prozent vergleichbar hoch wie in Portugal und trotzdem liegen die Zinsen auf Staatsanleihen aufgrund guter Ratings bei nur 1,8 Prozent! Es ist nicht nachvollziehbar, warum die großen Ratingagenturen noch immer so viel Macht besitzen, das sie einfach nach belieben Staaten in die Pleite treiben können. Vor wenigen Jahren haben die Ratingagenturen nahezu wertlose Subprime-Hypothekenanleihen mit dem höchsten Rating versehen, wie es zum Beispiel auch (noch) die Bundesrepublik Deutschland besitzt. Nun bekommen Staaten innerhalb der Europäischen Union schlechte Ratings, obwohl sie ihren Gläubigern bisher nicht einen einzigen Cent schuldig geblieben sind. Die Fragen sind: Da allgemein bekannt ist, wie willkürlich die Ratings von den großen Ratingagenturen vergeben werden, warum wird den Ratings noch so viel Wert beigemessen? Wieso werden die Ratings nicht einfach ignoriert? Wer kontrolliert eigentlich die Ratingagenturen? Und warum werden die USA eigentlich nicht weiter abgestuft? |
Portugal ist also nach Griechenland und Irland der dritte Pleite-Kandidat der EU. Das Schlimme daran ist, das damit über die tatsächliche Schwäche des Dollars hinweggetäuscht wird. Der Euro gibt gegenüber dem Dollar immer weiter nach, was unter anderem die Benzinpreise ansteigen lässt, was wir Europäer als erstes zu spüren bekommen. Am Ende wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Währungsreform kommen, weswegen Investitionen in Anleihen derzeit sicherlich keine gute Anlageentscheidung sind.
Genauso wie Griechenland ist Portugal ein Opfer der internationalen "Heuschrecken". Die sogenannten "Chicago-Boys", die nach den Lehren von Milton Friedman agieren, schockieren die Finanzmärkte, drücken damit die Preise und picken sich am Ende die Rosinen heraus. Den Preis, den sie dann für privatisierte Staatsbetriebe auszugeben bereit sind, bestimmen sie selbst, da aufgrund der finanziellen Abhängigkeit letztendlich jeder Preis akzeptiert werden muss. Falls Sie Interesse daran haben zu erfahren, wieviele Länder innerhalb der letzten 40 Jahre schon auf die selbe Art und Weise zerstört und "besser" wieder aufgebaut wurden und was höchstwarscheinlich in naher Zukunft noch so alles auf uns und unsere europäischen Nachbarn zukommen wird, dann lesen Sie das Buch "Die Schockstrategie" von Naomi Klein.
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