Konjunkturzyklus:

Das über Jahre hinweg wiederkehrende Grundmuster von Auf und Ab der wirtschaftlichen Aktivität (BIP) einer Volkswirtschaft bezeichnet man als Konjunkturzyklus. Der komplette Konjunkturzyklus dauert etwa 4 bis 7 Jahre und enthält die vier Phasen Abschwung, Rezession, Aufschwung und Wirtschaftsboom.

 

Interessant ist, das die meisten Menschen immer wieder den selben Fehler machen, die momentane Situation in die Zukunft zu projizieren. Besonders im Wirtschaftsboom werden beispielsweise die Kurssteigerungen der Aktienmärkte von 20 bis 30 Prozent pro Jahr unendlich in die Zukunft fortgeschrieben. Die Anleger verlieren dann aus den Augen, das die logische Konsequenz eines Wirtschaftsbooms ist, das bald darauf eine Korrektur beziehungsweise Rezession folgt. Dabei gilt: Je länger und kräftiger der Wirtschaftsaufschwung, desto schärfer wird auch der Abschwung. Wie auf den Sommer der Herbst folgt, löst eine Wirtschaftssituation die vorherige ab. So kalt der Winter auch gewesen sein mag, der Frühling kommt bestimmt. Und so ist es auch an den Finanzmärkten. Die Frage ist nur: Woher weiß ich, wann wir einen Abschwung oder einen Aufschwung haben? Ganz einfach: Wenn in den Medien von Weltuntergang und Katastrophe gesprochen wird, kann davon ausgegangen werden, das das Schlimmste eingetreten ist und es folglich kaum schlimmer werden kann. Dann sollte gekauft werden. Und wenn die Welt tatsächlich untergeht, ist es egal, wie oder wo man investiert ist.

Wenn hingegen in den Zeitungen von dem ewigen Aufschwung und der "toten" Inflation geschrieben wird und sich die positiven Nachrichten überschlagen, ist es höchste Zeit, positionen abzubauen, das heißt, zu verkaufen.

Wer an der Börse Geld gewinnen möchte, muss sich zwangsläufig mit dem Konjunkturzyklus auseinandersetzen. Denn im Aufschwung steigen nicht nur die guten, sondern auch die schlechten Aktien. Und im Abschwung fallen nicht nur die schlechten, sondern auch die guten Wertpapiere. Konzentriert man sich also ausschließlich auf die Fundamentalanalyse, kauft man unter Umständen Anteile von einem fantastischen Unternehmen, nur leider zum falschen Zeitpunkt. Ideal ist eine Kombination aus beidem.

Aufschwung und Boom dauern durchschnittlich fünf Jahre, der Abschwung und die Rezession meist nur ein Jahr. Aktuell befindet sich der Konjunkturzyklus zwischen Aufschwung und Wirtschaftsboom, wobei es zur Zeit schwierig ist, die Lage richtig einzuschätzen. Die Zentralbanken kaufen Staatsanleihen auf, Devisen werden durch fragwürdige Ratings der 3 größten Ratingagenturen manipuliert, die internationalen Bilanzierungsregeln wurden in den letzten Jahren stark verwässert und sämtliche offizielle Statistiken sprechen eine sehr positive Sprache, was absolut nicht der Realität entspricht. Das Geldsystem befindet sich offenbar in seinen letzten Zügen und kann jederzeit kollabieren. Sollte es in den nächsten Jahren tatsächlich zu einer Währungsreform kommen, ist es natürlich empfehlenswert vorher in Sachwerte zu investieren. Diesbezüglich sollte man auf jeden Fall auch eine Investition in Edelmetalle in Erwägung ziehen.

 
Konjunkturphase:Konjunkturerwartungen:Lageeinschätzung:
Rezessionnegativnegativ
Aufschwungpositivnegativ
Boompositivpositiv
Abschwungnegativpositiv

Wenn man von den Konjunkturschwankungen profitieren und die Wellen "abreiten" möchte, sollte man daher idealerweise in der Rezession Aktien kaufen. Da die Börsen die Konjunkturentwicklung ungefähr sechs Monate vorwegnehmen, weil an der Börse Erwartungen gehandelt werden, ist dies der beste Zeitpunkt.

In der Boomphase, wenn die Leitzinssätze hoch sind, sollte man jedoch Aktien verkaufen und sein Geld unter anderem in Staatsanleihen anlegen. In der Abschwungphase sinken die Leitzinsen deutlich, wodurch die Kurse der Staatsanleihen zwangsläufig steigen. Später in der Rezession sollte man dann wieder in Aktien und / oder Investmentfonds umschichten. Wer beispielsweise im Oktober 2008 deutsche Standardaktien kaufte, als an den Finanzmärkten die Panik ausbrach, konnte sich bereits 1 Jahr später, im Oktober 2009, über einen durchschnittlichen Gewinn von rund 40 Prozent freuen.


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