Immobilien:
Die eigene Immobilie ist der Traum (fast) aller Deutschen. Hinter dem Haus auf der Terrasse Grillen oder morgens Frühstücken - wer mag das nicht! Leider übernehmen sich viele bei dem Kauf der Immobilie, in dem sie ihre gesamten Ersparnisse als Eigenkapital einsetzen und dann noch die maximal mögliche Kredithöhe wählen, die sie sich so gerade eben mit Überstunden und Sonderzahlungen leisten können.
Das Problem ist dabei, das die Kosten bei dem Erwerb von Immobilien in der Regel deutlich höher ausfallen als eigentlich geplant. Dies trifft insbesondere bei selbstgenutzten Immobilien zu. Nicht selten müssen die Eigentümer in einem unfertigen Haus leben, ohne die Möglichkeit zu haben, einen neuen Kredit aufzunehmen, um die Arbeiten fertigzustellen, da das Kreditlimit bereits ausgereizt ist. Wird dann noch einer von meist zwei Verdienern über einen längeren Zeitraum krank oder arbeitslos, ist das "Traumhaus" nicht mehr zu halten. Oft kommt es in einer solchen Situation zur Zwangsversteigerung, bei der dann die Immobilie unter ihrem eigentlichen Marktwert versteigert wird. Am Ende bleiben die frustrierten ehemaligen Hausbesitzer auch noch auf Restschulden in nicht unerheblicher Höhe sitzen und müssen in einigen Fällen sogar Privatinsolvenz anmelden.
Doch das können Sie alles vermeiden, indem Sie einige Dinge im Vorwege beachten. Als erstes ist es ratsam, auch wenn es schwerfällt, einige Jahre länger zu warten, um noch mehr Geld sparen zu können.
| | Zum zweiten sollte das Haus am Besten ein bis zwei Nummern kleiner ausfallen, als Sie sich das eigentlich leisten könnten. Drittens darf man nie seine ganzen Ersparnisse als Eigenkapital einsetzen, sondern nur soviel wie unbedingt nötig, also soviel, wie die Bank fordert. Das Vermögen, die Sie nach dem Hauskauf noch besitzen, gibt Ihnen dann ein sicheres Gefühl, auch in schlechten Zeiten abgesichert zu sein. Nur so kann man sein Eigenheim auch genießen! Zudem empfiehlt es sich, einige Versicherungen abzuschließen, die den Lebensunterhalt und die Kosten für den Immobilienkredit absichern. Da wäre neben der Risikolebensversicherung, die ohnehin von der Bank gefordert wird, auch die Berufsunfähigkeitsversicherung zu nennen. Ausserdem ist bei der Immobilienfinanzierung zu beachten, mit nur einem Prozent Tilgung anzufangen und die zurzeit historisch niedrigen Zinsen für Immobilienkredite so lange wie möglich festzuschreiben. Denn aufgrund der weltweit extrem niedrigen Leitzinssätze und den Aufkäufen von Staatsanleihen durch die Zentralbanken ist anzunehmen, das die Inflation in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird. In dem Fall würde die Inflation für Sie die Zinsen bezahlen und vielleicht sogar noch mehr! Daher wäre es finanziell unklug, die Immobilie so schnell wie möglich abbezahlen zu wollen. |
Desweiteren ist der demographische Wandel in Deutschland zu beachten: Unsere Bevölkerung schrumpft seit geraumer Zeit, es sterben mehr Menschen, als neue zur Welt kommen. Da unsere Bevölkerung langsam vergreißt, lässt sich dieser Umstand nicht von Heute auf Morgen ändern. Auch die Zuwanderung ist rückläufig, da die Sozialleistungen abgebaut wurden und sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert haben. Für die Zukunft bedeutet eine schrumpfende Gesellschaft, das die Nachfrage nach Immobilien sinkt, wobei das Angebot relativ konstant bleibt. Sinkende Immobilienpreise sind langfristig die logische Konsequenz. Gerade in ländlichen Gegenden fallen die Preise der Immobilien rasant, da die Menschen zwecks Arbeit in die Städte ziehen, was insbesondere im Osten Deutschlands verstärkt zu beobachten ist. Unerlässlich ist es daher, auf die drei wichtigsten Kriterien bei dem Kauf oder Bau einer Immobilie zu achten: Die Lage, die Lage und nocheinmal die Lage! In einer Großstadt und guter Lage sollte langfristig der Inflationsausgleich zu erzielen sein, aber auch nicht viel mehr, es sei denn, Sie haben großes Glück, das man allerdings nicht planen kann.
Für Menschen, die sich zwecks Altersvorsorge eine fremdvermietete Immobilie zulegen möchten gilt das oben gesagte ebenfalls, wobei darüber hinaus zu beachten ist, das Steuern auf Mieteinnahmen, Reperaturen und Instandhaltungsmaßnahmen an der Rendite nargen. Kommt es dann noch zu Mietausfällen durch Leerstand oder Mietnormaden, die meistens Renovierungskosten verursachen, ist der Verlust vorprogrammiert.
Ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung der Grundsteuer aufgrund der hohen Neuverschuldung von Bund und Ländern zukünftig sehr hoch einzuschätzen. Darüber hinaus könnte es im schlimmsten Fall irgendwann sogar zu Zwangshypotheken kommen, so wie es in der großen Weltwirtschaftskrise in den 1930 er Jahren umgesetzt wurde.
Abschließend lässt sich sagen, das Sie sich sehr gründlich, umfangreich und professionell beraten lassen sollten, bevor Sie den Immobilienkauf wagen, wozu ein unabhängiger Berater sicher beitragen könnte.
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