Griechenland:

Ist Griechenland wirklich Pleite? Nein! Warum sind die Zinsen für Griechische Anleihen in die Höhe geschossen? Einzig und allein aufgrund der Herabstufung der führenden Ratingagenturen. Die Ratingagenturen sind übrigens Privatunternehmen, die keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegen, genauso wie die Zentralbanken. Daher haben die Eigentümer der Ratingagenturen die Macht das Ranking einzelner Staaten, in diesem Fall Griechenland, nach belieben herabzustufen, was zu einem Crash der Anleihepreise und den damit einhergehenden steigenden Zinsen führt. Die 3 größten Ratingagenturen Standard & Poor´s, Moody´s und Fitsh befinden sich ausschließlich in amerikanischer Hand, was auch der Grund dafür ist, warum die USA noch nicht abgestuft wurden.

 

Die brutalen Sparprogramme, die Griechenland vom IWF aufgezwungen wurden, führen zu Deflation. Ausserdem führen die hohen Zinsbelastungen unweigerlich zu neuen Schulden. Die zuvor nicht eingeplante höhere Zinsbelastung muss dann zwangsläufig durch Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen aufgefangen werden. Das führt zu einer noch stärkeren Abschwächung der Wirtschaft.

Die Nachfrage bricht ein, die Unternehmensinsolvenzen nehmen drastisch zu und die Arbeitslosenzahlen schnellen nach oben. In diesem Zusammenhang schrumpfen logischerweise die Steuereinnahmen, was weitere Einsparungen nach sich zieht.

Dies ist eine Negativspirale, die in diesem Fall Griechenland dazu zwingt, Staatsbetriebe an private Investoren beziehungsweise internationale Großkonzerne zu verkaufen. Da sich Griechenland in dieser Notsituation befindet, muss schließlich jeder Preis akzeptiert werden. Es ist so, als würde eine Privatperson eine Immobilien auf Kredit kaufen und dann arbeitslos werden. Bei der Zwangsversteigerung wird dann in der Regel ein deutlich niedriger Preis erzielt, als die Immobilie tatsächlich wert ist.

Der Hauptgrund, warum sich Griechenland nun in dieser schwierigen Situation befindet, ist das Euro / Dollar Verhältnis. Da der Dollarabsturz langsam begonnen hatte, wurde die Euro-Krise provoziert, um den Dollar wieder stabil aussehen zu lassen. Diese künstlich herbeigeführte Euro-Krise dient also nur der Verschleierung der wahren Dollar-Schwäche, um eine Währungsreform hinauszuzögern. Erst hat eine amerikanische Bank dabei geholfen griechische Statistiken zu fälschen, um Griechenland den EU-Beitritt zu ermöglichen. Dann, als der Dollar in Not war, wurden die Schummeleien veröffentlicht, um die eigenen Geschäfte zu sichern.

Ganz im Ernst: Der Staat Griechenland hat eine Gesamtverschuldung von 350 Milliarden Euro - genau so viel neue Schulden machen die USA in einem einzigen Quartal! Das US-Haushaltsdefizit liegt momentan bei ungefähr 13 Prozent - genau so hoch wie das griechische Haushaltsdefizit. Griechenland hat eine Schuldenquote von 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und zahlt derzeit 16,0 Prozent Zinsen auf die Staatsanleihen. Japan hat eine Schuldenquote von 200 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und zahlt merkwürdigerweise nur 1,8 Prozent Zinsen für ihre Staatsanleihen, obwohl dort das Haushaltsdefizit in diesem Jahr wahrscheinlich bei immerhin 9,0 Prozent liegen wird.

Genau genommen ist Griechenland das jüngste Opfer der internationalen "Heuschrecken", die diese Krise nutzen, um weit überdurchschnittliche Renditen einzufahren. Die großen Ratingagenturen, der internationale Währungsfonds, die Weltbank und die Europäische Zentralbank arbeiten dabei eng zusammen. Die bereitgestellten Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro über die nächsten drei Jahre führen Griechenland aber nur in eine starke Abhängigkeit, in der sie ihre Souveränität einbüßen. Letztendlich müssen die Griechen alle Bedingungen akzeptieren und einige Global Player werden durch extrem günstige Zukäufe profitieren, während die breite Masse der griechischen Bevölkerung darunter leiden muss.

Griechenland ist allerdings kein Einzelfall! Dieses systematische zerstören eines Staates (um ihn danach "besser" wieder aufzubauen) wird schon seit 40 Jahren in vielen Teilen der Welt angewendet, um einzelne Staaten zu plündern. Wenn Sie mehr zu dieser langerprobten Vorgehensweise wissen möchten, dann lesen Sie das Buch "Die Schock Strategie" von Naomi Klein.


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